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 Therapiehunde

Asira 

Tiergestützte Therapie ist in den letzten Jahren im sozialen Dienstleistungssektor sehr in Mode gekommen. Alle Welt spricht darüber und es bestreitet niemand mehr, dass vom Hund in vielen Situationen eine „therapeutische Wirkung“ ausgeht. Dennoch beinhaltet der Begriff „tiergestützte Therapie“ meines Erachtens etwas mehr, als „nur“ der Besuch von Tierfreunden mit ihren Hunden im Altenheim. Wenn ich im Nachfolgenden die Begriffe tiergestützte Therapie verwende, so ist in diesem Falle die Rede von der therapeutischen Intervention mit meinen Hunden (Galgos españoles) bei überwiegend dementen und pflegebedürftigen Menschen.

Bislang wird die tiergestützte Therapie meist von Hundefreunden ohne professionelle Ausbildung angeboten. Sie wird von den Durchführenden zwar als sehr wichtig wahrgenommen, in der medizinisch-wissenschaftlichen Fachwelt aber wenig bemerkt und kaum anerkannt. Gründe hierfür sind unter anderem eine fehlende Beschreibung der Wirkung, eine regelmäßige Evaluation derselben, nur selten vorhandene Professionalität und das Fehlen eines konzeptionellen Rahmens. Nur wenn man klar beschreiben kann, mit welchem Ziel, bei welcher Aktivität, mit welcher Methode und zu welchem Zeitpunkt ein Hund als Helfer eingesetzt wird, kann sich Professionalität entwickeln. 

Ziele beim Einsatz eines Hundes in der therapeutischen Arbeit mit dementen Menschen können sein:

  • Training des Lang- und Kurzzeitgedächtnisses

  • Training des biographischen Gedächtnisses

  • Realitätsorientierungstraining

  • Steigerung der Vigilanz und der Aktivität

  • Abbau von Stress

  • Verbesserung der Stimmungslage

Kommunikation, die nicht über Vernunft- Verstand-Kontroll-gesteuertes Denken stattfindet und ganz wichtig: Das Erleben von Freude und Spaß am und mit dem Tier.

Und noch etwas:

Es gibt nicht mehr so viele Gelegenheiten, wo ein 95-Jähriger einem anderen Lebewesen voll Zärtlichkeit über den Kopf streicheln kann - ein Hund freut sich darüber und zeigt dies auch!

Die Ergebnisse der tiergestützten Therapie sollten genau dokumentiert werden, so dass eine Evaluation des therapeutischen Effektes erfolgen kann.

Die Wirksamkeit der Interventionen kann in der Arbeit mit dementen Menschen unter anderem mit der Methode des Demential Care Mappings nachgewiesen werden.

Das englische Dementia Care Mapping (DCM) ist ein wissenschaftlich fundiertes Beobachtungsinstrument zur Erfassung der Lebensqualität von Menschen mit Demenz.

Wie aber wird nun ein Galgo español Therapiehund und eignet er sich überhaupt dazu?

 

Asira 

Der Galgo español wird im Standard als„gelegentlich zurückhaltend beschrieben. Das sind zunächst einmal keine idealen Voraussetzungen für einen „Streichelhund“.

Und dennoch kann er, aufgrund seiner vielen anderen hervorragenden Wesensvoraussetzungen, wie z. B. Sanftheit im Umgang mit Menschen, hohe Intelligenz, Sensibilität, geeignete Größe für Rollstuhlfahrer, eine Aufgabe als Therapiehund mit viel Freude und Erfolg ausführen.

Ich gehe dabei folgendermaßen vor:

Zunächst begleitet mich der junge Galgo zur Arbeit in einem Pflegeheim. Meine sehr souveräne und erfahrene Galgohündin Haydée ist immer dabei und vermittelt schon durch ihre Anwesenheit und ihr Vorbild dem „Azubi“, dass die Situation nicht bedrohlich ist. Meist orientiert sich der junge Hund sehr stark an der erfahrenen Haydée.

Die Hundebetten stehen neben meinem Schreibtisch und der Hund gewöhnt sich ganz allmählich an den Besuch von Kollegen, Bewohnern, Angehörigen oder anderen Besuchern. Dabei lernt er schon einmal Menschen in Rollstühlen, Menschen mit Stöcken und Rollatoren oder Menschen mit ungewöhnlichen Gangbildern kennen.

Gerne wird ein kleines Leckerli von den Besuchern für die Hunde mitgebracht und so lernt der junge Galgo, dass diese Besuche Angenehmes bedeuten. Sehr bald wissen die Hunde, wer etwas Leckeres dabei hat und derjenige wird natürlich besonders freundlich und überschwänglich begrüßt.

Als nächstes gehe ich mit dem jungen Hund in die Räumlichkeiten, wo die tiergestützte Therapie stattfinden soll. Hier kann sich der Hund in aller Ruhe mit den Gegebenheiten des Raumes und der Bodenbeschaffenheit vertraut machen.

In einem nächsten Schritt nun bringe ich den Hund in die Räumlichkeiten, wenn die Bewohner anwesend sind. Der junge Hund läuft umher und bestimmt selbst, wann und mit wem er Kontakt aufnehmen möchte.

Ist der junge Galgo dann selbstbewusst und sicher genug, körperlichen Kontakt zuzulassen, kann die eigentliche Therapiearbeit mit den Menschen beginnen.

Wenn der Hund dann nach einer Weile vorhersehbar und stabil in seinen Reaktionen ist, kann ich gezielt therapeutischen Kontakt aufnehmen. 

Eve (Lieve) und Haydée 

Immer muss dabei der Hund im Auge behalten werden. Das Kommunikationsverhalten des Hundes unterscheidet sich wesentlich vom menschlichen und es ist unbedingt erforderlich, dass der Therapeut die hundliche Sprache „lesen“ und verstehen kann. Zeigt der Hund Zeichen von Unwohlsein, wird der Kontakt abgebrochen.

Mit Asira und Haydée  besuche ich auch bettlägerige oder sterbende Menschen - sofern diese es wünschen - in ihren Zimmern. Ein Hundekopf voller Hingabe auf die Bettkante gelegt, kann manchmal helfen, Schmerz und Leid erträglicher zu machen. 

Eve (Lieve)

Auf diese Art und Weise habe ich bisher 5 Galgos an ihre Arbeit als Therapiehund herangeführt. Nach kurzer Zeit schon zeigen sie viel Freude an ihrer Aufgabe. Immer fällt ja auch etwas für den Hund ab, ein Leckerbissen wird vom Mittagessen für die Hunde aufgehoben oder es gibt besonders hingebungsvolle Streicheleinheiten. Die Hunde fordern diese nach einer Weile regelrecht ein, kaum hört jemand auf zu streicheln, erfolgt ein sanftes Nasenstupsen als Aufforderung, das Streicheln doch noch ein wenig fortzusetzen. 

Haydée und Asira 

Wer dabei das Strahlen in den Augen von so manchem in die Jahre gekommenen Hundeliebhaber sieht und die Geschichten vom eigenen geliebten Hund aus längst vergangenen Tagen erzählt bekommt, weiss, wie viel Freude ein Hund hochbetagten Menschen bereiten kann.