Unvergessen

DWZRV GA-Reg.0-99 Geboren 2002 in Spanien Gestorben 28.11.2007

Zum ersten Todestag von Sierra am 28.11.2008

Seelenhunde

Manche sind unvergessen...
... weil sie ein Leben verändert haben und auch nach ihrem Tod in einem weiter leben.
Man spürt es - in seinem Denken, in seinem Handeln, in seinem Fühlen.
Seelenhunde hat sie jemand genannt - jene Hunde, die es nur einmal geben wird im Leben, die man begleiten durfte und die einen geführt haben auf andere Wege.
Die wie ein Schatten waren und wie die Luft zum Atmen.

Du fehlst noch immer!

Sierra war mein erster Galgo und kam am 02.05.2003 ca. einjährig zu mir. Vermittelt wurde sie über das Tierheim Feucht. Sie wurde Ende Januar 2003 in San Agustin del Guadalix in der Nähe von Madrid halb verhungert gefunden und kam ins Tierheim ANAA. Bis dorthin konnte ich ihre Vergangenheit nachvollziehen, über ihr weiteres Vorleben weiß ich so gut wie nichts. Oftmals habe ich mich gefragt, wie es wohl ausgesehen haben mag?

Von Madrid aus trat sie am Karfreitag 2003 ihre Reise nach Deutschland an. Am Ostersonntag 2003 sah ich sie zum ersten Mal und war sofort von dieser Hündin fasziniert. Täglich gingen mein Setter-Mix Max und ich von nun an ins Tierheim Feucht, um mit ihr spazieren zu gehen. Nach wenigen Tagen wusste Sierra, dass ich ihr Mensch war und wollte nicht mehr zurück ins Tierheim. Ich brauchte dazu noch ein paar Tage länger. Damals war ich noch der Meinung, 2 Hunde seien zu viel und ich könne 2 Hunde nicht mit zur Arbeit nehmen! Jedenfalls wäre sie dann fast anderweitig vermittelt worden und der Gedanke, Sierra nicht mehr zu sehen, war unerträglich. So zog sie bei uns ein und kein anderer Hund hat mein Leben so nachhaltig verändert wie Sierra. Sie war meine Lehrmeisterin in sehr vielen Dingen, die ich über das Wesen, die Eigenheiten und den Charakter des Windhundes und speziell des Galgo espanoles weiß. Eine Hündin durchaus mit Ecken und Kanten, manchmal ungnädig mit anderen Hunden, äußerst sensibel und mit einer Weisheit, für die manche Menschen sehr empfänglich waren, eigenständig und mit extremen Jagdtrieb ausgestattet. Hier musste ich erst mal mein komplettes „Hundewissen“ über Bord werfen und lernen, dass Windhunde „anders“ sind. Auf der Suche nach einer artgerechten Auslastung und Beschäftigung für Sierra kamen wir zum Coursing und Rennen. Der Stil, die Strategie, die Hetzleidenschaft und der Arbeitswille dieser Hündin auf der Rennbahn und dem Coursinggelände waren einzigartig. Immer sauber laufend, konnte ich mich blindlings auf sie verlassen. Sierras größter Erfolg war der Gewinn der FCI-Europameisterschaft in Freiburg 2004.

Die völlig unerwartete Leishmaniose–Diagnose im September 2005 – exakt 4 Wochen nach dem Tod von Max- setze ihrer Renn- und Coursingkarriere ein unerwartetes Ende. Wie so viele Hunde aus dem Süden kam sie negativ getestet auf Mittelmeerkrankheiten und damals habe ich mich noch auf diese Testergebnisse verlassen. Aber Sierra war eine Kämpferin und sehr rasch stabilisierte sie sich- zumindest äußerlich- vollständig. Ihre Nieren hatten aber durch den Schub irreparablen Schaden erlitten. Mehr als 2 Jahr konnte sie nach der Diagnose ein fast normales Leben führen. Ein Unfall, infolge dessen sie sich das linke Hinterbein sehr kompliziert brach und ihre extrem schlechten Nierenwerte führten dazu, dass ich sie am 28.11.2007 gehen lassen musste.

Sie fehlt uns sehr!